Konstruktionsholz wird zur Herstellung tragender und konstruktiver Bauelemente wie Balken, Stützen, Decken, Sparren oder Gebäuderahmen verwendet. Es ist eines der ältesten Baumaterialien, das bis heute in vielen Bauprojekten – sowohl traditionellen als auch modernen – unersetzlich geblieben ist.
Konstruktionsholz – was zeichnet es aus?
Konstruktionsholz ist ein Werkstoff natürlichen Ursprungs, der die Haltbarkeit und Festigkeit eines Baustoffs mit strukturellen Eigenschaften vereint. Es handelt sich natürlich um verarbeitetes Holz, das so bearbeitet wurde, dass es die spezifischen Normen und Anforderungen erfüllt, die im Bauwesen für tragende Strukturen und Bauelemente erforderlich sind. Es zeichnet sich durch eine hervorragende mechanische Festigkeit aus, die es ermöglicht, erhebliche Lasten zu tragen, sowie durch eine gute Witterungsbeständigkeit – insbesondere nach geeigneten Schutzmaßnahmen wie Imprägnierung oder Trocknung. Darüber hinaus wird Konstruktionsholz für seine isolierenden Eigenschaften geschätzt, die zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden beitragen.
Im Bauwesen wird am häufigsten Konstruktionsholz der Festigkeitsklasse C24 verwendet, wie sie durch europäische technische Normen wie die Norm PN-EN 338 definiert ist. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Holzelement der Klasse C24 eine Biegefestigkeit von 24 MPa pro mm² aufweist. Umgerechnet bedeutet das, dass 1 cm² Konstruktionsholz einer Belastung von 240 Kilogramm standhält.
Damit Konstruktionsholz zertifiziert werden kann, muss es eine Reihe von thermischen Behandlungsprozessen und Qualitätsprüfungen durchlaufen. Zunächst muss das Material getrocknet werden, sodass die Holzfeuchte zwischen 15 % und 18 % liegt. Anschließend wird das Material vierseitig gehobelt und die Kanten gefast, wodurch glatte und splitterfreie Oberflächen entstehen. Nach dieser Bearbeitung und der Qualitätskontrolle stuft ein qualifizierter Prüfer das Produkt als tragend ein, womit das Holz als Konstruktionsmaterial klassifiziert wird und die CE-Zertifizierung erhält. Der Zertifizierungsprozess ist in den entsprechenden Normen detailliert beschrieben, und jede Materialcharge wird entsprechend gestempelt.
Aus welchen Holzarten wird Konstruktionsholz hergestellt?
Konstruktionsholz für den Bau kann aus verschiedenen Holzarten gewonnen werden. Die Wahl der Holzart hängt von den geforderten physikalischen und mechanischen Eigenschaften sowie der regionalen Verfügbarkeit ab. Am häufigsten wird Konstruktionsholz jedoch aus Kiefer und Fichte hergestellt.
Kiefer ist eine der am häufigsten verwendeten Holzarten im konstruktiven Holzbau. Ihre Beliebtheit verdankt sie der hohen Verfügbarkeit, der guten Biegefestigkeit sowie dem vergleichsweise niedrigen Anschaffungspreis. Kiefernholz ist leicht, bietet jedoch gleichzeitig eine gute Festigkeit in Biegung und Druck.
Fichte, ähnlich wie Kiefer, wird im Holzbau weit verbreitet eingesetzt. Sie zeichnet sich durch ihr geringes Gewicht und die einfache Bearbeitung aus. Fichte wird wegen ihrer guten Dämmeigenschaften und ihrer ästhetischen Optik gewählt.
Im Holzbau finden sich auch Produkte aus anderen Holzarten, diese werden jedoch meist für Oberflächenverkleidungen und dekorative Zwecke verwendet, nicht als tragendes Konstruktionsmaterial. Zu diesen Arten zählen:
Eiche ist ein Baum, der für Stärke, Langlebigkeit und Robustheit steht. Eichenholz ist ein hartes und dichtes Material, das häufig für freitragende Treppenkonstruktionen verwendet wird. Seine Härte und Dichte machen es zudem widerstandsfähig gegen mechanische Beschädigungen.
Tanne wird wegen ihrer homogenen Struktur und Schlichtheit geschätzt. Sie verfügt über gute Dämmeigenschaften und wird häufig im Dachbau sowie zur Herstellung von Platten und Paneelen eingesetzt.
Lärche hingegen zeichnet sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und Fäulnis aus. Daher wird sie oft im Außenbereich verwendet, beispielsweise für Terrassen, Fassadenverkleidungen oder Gartenkonstruktionen.
Douglasie ist eine harte und sehr widerstandsfähige Holzart. Sie wird für Konstruktionen gewählt, die besonders hohe Anforderungen an die Tragfähigkeit stellen.
Ahorn, Buche und Esche sind weniger verbreitete Holzarten im Konstruktionsbereich. Diese Laubhölzer zeichnen sich durch außergewöhnliche ästhetische Eigenschaften aus. Sie sind hart und langlebig und werden gelegentlich in spezialisierten Konstruktionsanwendungen eingesetzt. Ohne Zweifel sind sie jedoch teurer als ihre Nadelholz-Konkurrenten. Sie weisen nur wenige Äste auf, was zu einer minimalistischen und eleganten Optik führt. Diese Holzarten werden bevorzugt dort eingesetzt, wo die Struktur, Maserung und visuelle Wirkung des Materials von größter Bedeutung sind.
Gehobeltes oder ungehobeltes Konstruktionsholz?
Bei der Auswahl von Holz stößt man auch auf die Begriffe: gehobeltes Konstruktionsholz und ungehobelte Ausführung. Was bedeutet das?
Ungehobeltes Holz ist eine Holzart, die nach dem Zuschnitt und der Bearbeitung keiner zusätzlichen Oberflächenbehandlung unterzogen wird. Solcher Rohstoff wird nicht für tragende Konstruktionen zugelassen. Er verbleibt im natürlichen Zustand mit sichtbaren Spuren maschineller Bearbeitung. Das Holz ist dadurch rau und weist sichtbare Splitter auf. Es handelt sich zweifellos um ein günstigeres Material (da der technologische Aufwand geringer ist). Aufgrund seiner unregelmäßigen Oberfläche wird es meist dort verwendet, wo Ästhetik und Maßhaltigkeit keine große Rolle spielen – z. B. bei Schalungsbrettern für Fundamente oder Decken.
Es ist zu beachten, dass ungehobelte Hölzer nicht als Konstruktionsholz gelten. Das bedeutet, dass der Rohstoff keiner ausreichenden thermischen Behandlung unterzogen wurde und keine Holzfeuchte im Bereich von 15–18 % aufweist. In der Folge neigt dieses Holz zum Austrocknen, Verdrehen, zu geometrischen Verformungen und Rissbildungen.
Gehobeltes Holz – wie der Name schon sagt – wird zusätzlich bearbeitet, wobei die Oberfläche geglättet wird. In der Regel ist gehobeltes Holz auch entsprechend getrocknet und wird als Konstruktionsmaterial klassifiziert. Der Hobelprozess verbessert nicht nur das Aussehen, sondern beeinflusst auch die Maße und die Gebrauchseigenschaften positiv. Wichtig ist, dass das Hobeln eine präzise Maßhaltigkeit ermöglicht – besonders wichtig bei Projekten mit hohen Genauigkeitsanforderungen. Die glatte Oberfläche erschwert zudem das Eindringen von Feuchtigkeit und behindert die Entflammbarkeit, da das Feuer auf der Oberfläche abrutscht und keinen Halt findet. Das Hobeln erhöht somit die Lebensdauer und Widerstandsfähigkeit des Holzes erheblich.
Arten von Konstruktionsholz – C24, KVH, BSH, LVL
Ein weiteres Konzept, dem man bei der Wahl von Konstruktionsholz begegnet, ist die Bezeichnung anhand des Querschnitts. Dieser kann z. B. skandinavisch, kanadisch oder deutsch (KVH) sein – oder es handelt sich um Brettschichtholz mit deutlich größeren Querschnitten. Doch worin unterscheiden sich diese Materialien?
Kanadischer Querschnitt – ein Konstruktionssystem für den Holzrahmenbau, bei dem Wände, Decken und Dächer auf der Basis von Holz mit einer Pfostenstärke von 38 mm (1,5 Zoll) errichtet werden. Diese Technologie verwendet den kleinstmöglichen Konstruktionsquerschnitt und wird daher als leichter Holzrahmenbau bezeichnet.
Skandinavischer Querschnitt – hierbei handelt es sich um Konstruktionsholz mit einer Pfostenstärke von 45 mm und Breiten in 25-mm-Schritten:
45×45 / 45×70 / 45×95 / 45×120 / 45×145 / 45×170 / 45×195 / 45×220 / 45×245 mm
Dieses Konstruktionsholz entspricht der Festigkeitsklasse C24 und wird hauptsächlich in skandinavischen Ländern wie Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland verwendet.
Deutscher Querschnitt (KVH) – Abkürzung für Konstruktionsvollholz. KVH-Holz wird vor allem in Deutschland verwendet und hat sich umgangssprachlich als Synonym für den sogenannten schweren deutschen Holzrahmenbau etabliert. KVH ist ein konstruktives, vierseitig gehobeltes Holz mit einer Feuchte von 15–18 % und der Festigkeitsklasse C24 (Biegefestigkeit 24 MPa pro mm²). Es hat jedoch den größten Querschnitt auf dem Markt: Pfostenstärke 60 mm bei Breiten in 20-mm-Schritten:
60×100 / 60×120 / 60×140 / 60×160 / 60×180 / 60×200 / 60×220 / 60×240 / 60×260 mm
Zusätzlich wird KVH-Holz längs mit Mikrofingerzinken verleimt, wodurch es in Längen von bis zu 13 m angeboten werden kann (zum Vergleich: kanadisches oder skandinavisches Vollholz ist meist nur bis 6 m erhältlich).
Neben den oben genannten Vollholzquerschnitten gibt es auch schichtverleimte Materialien wie BSH, CLT, LVL, die durch das Lagenverleimen deutlich größere Querschnitte ermöglichen. Diese Produkte zeichnen sich durch eine besonders hohe Maßhaltigkeit, verbesserte optische Eigenschaften (z. B. BSH-SI, CLT) und geringere Neigung zu Rissbildungen aus. Deshalb werden sie häufig als sichtbare Bauelemente ohne weitere Verkleidung eingesetzt – gerade um ihre dekorative Wirkung zu unterstreichen.
Massive Konstruktionen aus solchen Materialien werden besonders dort eingesetzt, wo hohe Lasten über große Spannweiten getragen werden müssen – z. B. Unterzüge, Firstpfetten, Deckenbalken oder Stützen.
Zastosowanie drewna konstrukcyjnego
Konstruktionsholz ist ein grundlegender Baustoff im Holzrahmenbau – einer Bauweise, die zunehmend an Beliebtheit gewinnt. Grund dafür sind die schnelle Montage, die Energieeffizienz sowie die Möglichkeit der individuellen Anpassung an die Bedürfnisse der Nutzer. In einer solchen Konstruktion bilden Holzelemente das tragende Gerüst des Hauses, auf dem die gesamte Struktur aufbaut und dessen Zwischenräume mit Dämmmaterialien gefüllt werden. Konstruktionsholz wird für Pfosten, Balken, Sparren und andere tragende Bauteile verwendet.
Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von Konstruktionsholz ist der Dachstuhl. Hier bildet das Holz das Gerüst des Daches und sorgt für Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen wie Dachlast, Schnee oder Wind. Dank seiner Biege- und Druckfestigkeit eignet sich Konstruktionsholz ideal für Sparren, Latten und andere tragende Dachelemente. Erwähnenswert ist, dass unabhängig davon, in welcher Technologie die Wände eines Gebäudes errichtet werden, die abschließende Konstruktion in Form des Daches in der überwiegenden Mehrheit der Fälle aus Konstruktionsholz gefertigt wird.
Konstruktionsholz wird auch zur Herstellung von Dachbindern verwendet – also vorgefertigten Tragelementen, die eine schnelle und effiziente Errichtung komplexer Dachgeometrien ermöglichen. Sie werden meist im Werk gefertigt und montagefertig auf die Baustelle geliefert. Die Verwendung von Konstruktionsholz in Dachbindern gewährleistet eine leichte Konstruktion bei gleichzeitig hoher Belastbarkeit und Langlebigkeit.
Auch in der Gartenarchitektur spielt Konstruktionsholz eine wichtige Rolle. Es wird für den Bau von Pergolen, Pavillons, Terrassen, Wegen, Zäunen und anderen Elementen der Kleingestaltung eingesetzt. Seine natürliche Ästhetik, die leichte Bearbeitbarkeit und die Witterungsbeständigkeit – insbesondere nach entsprechender Schutzbehandlung – machen es zu einer beliebten Wahl für gemütliche und funktionale Außenbereiche.
Preise von Konstruktionsholz
Die Preise für Konstruktionsholz können stark variieren – abhängig von verschiedenen Faktoren wie Holzart, Qualität, Abmessungen, regionaler Verfügbarkeit und Transportkosten. Grundsätzlich hängen die Preise von der Haltbarkeit, der Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen und den optischen Eigenschaften des Holzes ab.
Am günstigsten sind in der Regel regional verfügbare Nadelhölzer wie Kiefer und Fichte, da sie schnell wachsen und leicht zu verarbeiten sind. Kiefern- und Fichtenholz wird häufig in Konstruktionen bis zu vier Stockwerken verwendet, insbesondere dort, wo die Tragfähigkeit nicht über die standardmäßig geforderten Wind- und Schneelasten in Polen hinausgehen muss. Diese Hölzer sind die am häufigsten eingesetzten Materialien im Wohnhausbau und bei Einfamilienhäusern.
Brettschichtholz, das sich durch höchste Biegefestigkeit auszeichnet und für massive Konstruktionen verwendet wird, ist hingegen deutlich teurer als klassisches Vollholz. Auch Brettschichtholz wird in der Regel aus Kiefer oder Fichte gefertigt, bietet aber dank mehrschichtiger Verleimung bessere geometrische Stabilität und ästhetischere Oberflächen (z. B. BSH-SI, CLT) – es neigt weniger zu Rissbildung. Daher wird es oft als sichtbares Bauelement eingesetzt, das nicht mit Verkleidungsmaterialien abgedeckt wird. Es ist zwar teurer, übernimmt aber auch eine dekorative Funktion.
Laubhölzer wie Eiche, Buche oder Esche sind in der Regel teurer als Nadelhölzer – aufgrund ihrer Härte, Haltbarkeit und des längeren Wachstums, was zu höheren Produktionskosten führt. Auch exotisches Holz, das importiert werden muss, ist in der Regel deutlich teurer als heimische Holzarten – nicht nur wegen der Transportkosten, sondern auch wegen begrenzter Verfügbarkeit und besonderer ästhetischer oder technischer Eigenschaften. Solche Hölzer werden in geringeren Volumen verwendet und finden Anwendung bei dekorativen Bauteilen in Gebäuden und Innenräumen – etwa Treppen, Bänken, Terrassen oder Fassaden.