Was ist Holzfaser?
Im einfachsten Sinne handelt es sich um Holzfasern mit wiederkehrender Länge und Breite, die aus frischem Nadelholz gewonnen werden. In diesem Artikel konzentrieren wir uns in erster Linie auf Holzfaserprodukte des Herstellers Steico, der dieses Material unter den Bezeichnungen Steico Flex und Steico Zell vertreibt. Im Folgenden erfahren Sie, wodurch sich dieses Material auszeichnet, welche Eigenschaften es besitzt und wie es angewendet wird. Wir empfehlen außerdem unser Video zu diesem Thema, das sich ebenfalls der Holzfaser widmet.
Was unterscheidet Holzfaser von Mineralwolle?
Mineralwolle besitzt einen Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten Lambda [λ] von ca. 0,036 W/(mK) oder sogar weniger – abhängig von der Materialklasse. Der Wärmespeicherkoeffizient von Mineralwolle liegt bei ca. 800–1000 [J/(kgK)].
Zum Vergleich: Holzfaser weist einen Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten Lambda [λ] von ca. 0,036–0,038 W/(mK) auf, und der Wärmespeicherkoeffizient beträgt etwa 2100 [J/(kgK)].
- Was bedeuten diese Parameter? Kurz gesagt: Je niedriger der Lambda-Wert [λ], desto besser speichert das Material Wärme. Betrachtet man diesen Parameter isoliert, hat Mineralwolle einen leicht besseren Wert – die Unterschiede sind jedoch gering. Beide Materialien sind somit in Bezug auf die Wärmeleitfähigkeit Lambda [λ] vergleichbar.
- Blickt man hingegen auf den Wärmespeicherkoeffizienten (auch spezifische Wärmekapazität [Cw] genannt), ist Holzfaser der Mineralwolle deutlich überlegen. Dieser Wert gibt an, wie viel thermische Energie ein Dämmstoff aufnehmen kann und wie lange er benötigt, um diese wieder abzugeben. In der Praxis bedeutet ein hoher Wärmespeicherkoeffizient, dass ein Gebäude im Winter länger Wärme speichert (die Wände sind besser gegen das Eindringen von Kälte geschützt) und im Sommer besser gegen Hitze abgeschirmt ist (die Wände sind besser vor äußerer Erwärmung geschützt). Zusammengefasst: Ein mit Holzfaser gedämmtes Haus bleibt im Winter länger warm und heizt sich im Sommer langsamer auf.
- Dank der hohen Dichte ist Holzfaser außerdem unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeit und setzt sich in der Wandkonstruktion deutlich langsamer ab als Mineralwolle. Selbst bei einer Durchfeuchtung von bis zu 20 % verändert sich der Wärmeleitwert von Holzfaser nicht. In der Praxis kann selbst feuchte Holzfaser im Sommer wieder austrocknen und ihre natürliche Struktur zurückerlangen – im Gegensatz zur Mineralwolle, die durch Setzungen Wärmebrücken innerhalb der Wand erzeugt. Für eine Dämmung, die das Haus jahrzehntelang schützen soll, ist dieser Parameter besonders relevant.
- Entgegen dem Anschein bietet Holzfaser auch guten Brandschutz. Das Material wird mit einem natürlichen Flammschutzmittel – Ammoniumsulfat – versehen. Bei Feuerkontakt bildet die Holzfaser eine verkohlte Schutzschicht, die die Ausbreitung der Flammen verhindert und das schnelle Abbrennen unterbindet. Auf der Website des Herstellers Steico findet sich ein interessantes Vergleichsvideo zur Reaktion verschiedener Dämmstoffe bei Feuerkontakt.
- Holzfasermatten (z. B. Steico Flex) sind deutlich dichter als herkömmliche Mineralwolle, was sie auch zu besseren Schalldämmstoffen macht. Die Einblasdämmung Steico Zell ermöglicht eine Verdichtung des Materials, wie sie bei anderen Dämmstoffen für Holzrahmenbauwände kaum möglich ist. Die Standarddichte bei der Einblasdämmung mit Steico Zell beträgt etwa 45 kg/m³ bei vorgefertigten Wandmodulen. Durch Regulierung der Dichte beim Einblasen kann eine Wandkonstruktion geschaffen werden, die auch den Anforderungen von Tonstudios, Kinosälen oder Spielzimmern gerecht wird.
- Ein letzter Vergleichspunkt ist der Preis. Hier schneidet Holzfaser leider deutlich schlechter ab. Im Vergleich zu Mineralwolle-Rollenprodukten anderer Hersteller ist Holzfaser in Mattenform (z. B. Steico Flex) deutlich teurer.
Wie wird Holzfaser angewendet?
Die gängigsten Anwendungen für Holzfaser in Gebäudehüllen sind das Einlegen von Matten (Steico Flex) oder das Einblasen loser Holzfasern (Steico Zell). Matten sind nichts anderes als vorgefertigte, gepresste Holzfaserplatten. Sie können wie herkömmliche Mineralwolle verwendet werden – jede Fläche der Gebäudehülle kann somit alternativ mit Holzfaser oder Mineralwolle gedämmt werden.
Die zerkleinerten Holzfasern (Steico Zell) sind lose Materialien in Säcken, die mittels Hochdruck in Wände, Decken oder Dächer eingeblasen werden. Die Qualität dieser beiden Produkte desselben Herstellers ist gleichwertig – die Unterschiede liegen in der Art der Anwendung, die sich stark auf das Endergebnis der Dämmung auswirkt.
Zum Einblasen von Steico Zell-Holzfaser wird eine leistungsstarke Einblasmaschine benötigt, die das Material unter hohem Druck verdichtet. Für Fertighäuser wird ein Materialdurchschnitt von ca. 45 kg/m³ angenommen. In dieser Dichte erfüllt die Holzfaser alle erforderlichen Dämmstandards. Aufgrund des hohen Drucks muss frühzeitig auf ausreichend feste und dicke Platten zur Abdichtung der Konstruktion geachtet werden, um dem Druck standzuhalten und Rissbildung zu vermeiden.
Was ist besser – Einblas- oder Mattenlösung?
Einblasdämmung gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Der Grund: Präzision. Präzision, Präzision und nochmals Präzision. In Zeiten immer strengerer technischer Bauanforderungen wird Genauigkeit bei der Dämmung von Wänden, Decken und Dächern zur Schlüsselfrage.
Die Einblasdämmung mit Holzfaser ermöglicht eine gleichmäßige Befüllung der Konstruktion – selbst in schwer zugänglichen Bereichen. So lassen sich die Bereiche um Verbindungen, Leerrohre und andere Bauelemente nahezu vollständig mit Holzfasern füllen – bis zu 100 % der Fläche.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Qualität von Steico Flex-Matten und Steico Zell-Fasern ist nahezu gleich. Die Einblastechnik bietet jedoch eine deutlich dichtere Ausfüllung der Konstruktion. Der Nachteil ist jedoch die Notwendigkeit einer teuren Einblasanlage, die Erfahrung in der Materialverarbeitung sowie Kenntnisse über den korrekten Aufbau von Gebäuden für diese Dämmvariante. Wenn diese Anforderungen erfüllt werden können, ist Einblas-Holzfaser derzeit eine der besten Lösungen zur Dämmung von Holzrahmenhäusern.
Vorteile von Holzfaser
• Wärmeleitfähigkeit Lambda [λ] = 0,038 W/(mK) – geringe Heizkosten im Winter
• Wärmespeicherkoeffizient C = 2100 J/(kgK) – angenehme Kühle im Sommer, konstante Wärme im Winter
• Gleichmäßige, dichte Befüllung der Konstruktion – bei Einblasung mit Steico Zell
• Diffusionsoffenes Material – dauerhafter Schutz der Konstruktion vor Feuchtigkeit
• Setzungsresistenz in der Wandkonstruktion
• Brandklassifizierung – schwer entflammbar B-s2,d0
• Langfristige Qualität dank spezieller Faserstruktur
• Ökologisches Produkt aus sortierten Kiefernholzfasern
• Positiver Einfluss auf das Raumklima
• Sehr gute Schalldämmung
Nachteile von Holzfaser
• Höhere Kosten im Vergleich zu Mineralwolle
• Begrenzte Verfügbarkeit des Materials auf dem Markt
• Beim Einblasen – Notwendigkeit einer teuren Einblasanlage, Fachkenntnisse zur Anwendung sowie bauliche Voraussetzungen
Anwendung von Holzfaser bei Modularen
Während der Produktion unserer Häuser bieten wir Investoren die Möglichkeit, zwischen Mineralwolle und (gegen Aufpreis) der Einblasdämmung Steico Zell zu wählen. Das vollständige Angebot unserer Fertighäuser mit Materialübersicht finden Sie auf unserer Website im Bereich „Projekte – Skelettbauweise“.
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